Wucherungen am Apfelbaum - Obstbaumkrebs oder Blutläuse

In Feuchtlagen können krebsanfällige Apfelsorten wie Braeburn, Gala, Elstar, Cox Orange und Rubinette erheblich - manchmal sogar total - geschädigt werden.

Der Obstbaumkrebs ist eine Pilzkrankheit, die das ganze Jahr über die Bäume infizieren kann. Besonders aber zum Zeitpunkt des Blattfalls ist die Infektionsgefahr am größten.

Die ungeschützten Narben am Blattfall bieten ideale Infektionsstellen für den Pilz, besonders bei feuchter Witterung. Aber auch andere Verletzungen, wie Rindenrisse und Schnittstellen sind günstige Eintrittspforten für den Krebs.

Krankheitssymptome:

Krebsartige Wucherungen am Stamm und an den Zweigen, wobei die Pflanzenteilen oberhalb der Infektionsquelle absterben können. Das Schadbild ähnelt dann dem, wie es von der Spitzendürre bekannt ist.

Weiterhin kennzeichnend sind die tief in das Holz hineinziehenden Wunden, mit mehrfach überwalltem, wulstigen Rand, was zu dem krebsartigen Aussehen führt.

Was ist zu tun?

Bei feuchter Witterung im Winter auf Schnittmaßnahmen verzichten. Noch kleine und heilbare Krebsstellen sorgfälltig, bis ins gesunde Holz hinein, ausschneiden. Die dabei entstehenden Wunden wiederum verschließen. Ähnliche Symptome wie beim Obstbaumkrebs können auch durch einen Blutlausbefall hervorgerufen werden. Die Tiere sitzen in Ästen und Stängeln unter ihren Wachsausscheidungen versteckt. Durch die Saugaktivitäten am Kambium kann die Rinde aufplatzen und bei stärkerem Befall kommt es zu krebsartigen Wucherungen, dem sogenannten Blutlauskrebs. Blutläuse überwintern an den Wurzeln oder in den Rindenritzen von Apfelbäumen. Die oberirdisch überwinternden Tiere sterben bei Minustemperaturen von unter -18°C ab. Die im Boden überwinternden sorgen dann von den Wurzeln her für eine Neubesiedlung. Werden im März die Raupenringe erneuert, lässt sich das Aufwandern der Tieren weitgehend vermeiden. Die natürlichen Feinde der Blutläuse sind die Blutlauszehrwespen, die einen Massenbefall weitgehend verhindern können.